Geschichte des Dachdeckens

Leider sind die damaligen Verlegtechniken nicht überliefert, und es bleibt fraglich, ob schon zu dieser Zeit die Metallplatten in der Weise verarbeitet werden konnten, wie es heute bei uns üblich ist. Die Geschichte berichtet jedoch, dass 455 v.Chr. den Vandalen in Rom als hochwillkommene Beute das goldene Dach des Jupitertempels in die Hände fiel, und es steht fest, dass Kupfer, Blei und Tombak für Dachdeckungen Verwendung fanden und die pompejanischen Abdeckungen aus dünnen Marmor- und Schieferplatten hergestellt wurden. Auch die Tatsache, dass nach den Überlieferungen der Bibel schon unter König Salomon für den Tempelbau erhebliche Mengen Goldbleche und sonstige Erze mit großer Kunstfertigkeit verarbeitet wurden, lässt ohne weiteres die Annahme zu, dass die Römer die Technik der Metalldeckungen gut beherrschten.
Durch das Zeitalter der Völkerwanderung gerieten sehr viele handwerkliche Fertigkeiten in Vergessenheit und wurden erst im Mittelalter, teilweise auch noch später, wieder neu entwickelt.
Einer der ursprünglich wichtigsten Deckstoffe war das Rohr (Ried oder Reth), das erst vom 6. Jahrhundert an, wahrscheinlich als Getreide in größeren Flächen angebaut wurde, zusammen mit Stroh verlegt wurde, bis dann im Mittelalter das reine Strohdach im ländlichen Bauwesen vorherrschte. Dies lag vor allen Dingen daran, dass Stroh nach dem Dreschen ohne weiteres zur Hand war, während man Rohr erst am Teich schneiden und aufbereiten musste. Außerdem war das Strohdach regensicherer, wärmer und leichter. Zum Decken diente vor allen Dingen das 1 m lange Roggenstroh, wobei für die Einbindearbeiten Strohseile, Bindweiden oder Bandstöcke genommen wurden. Die Deckweisen waren in den einzelnen Landstrichen unterschiedlich und haben sich z.T. noch bis heute erhalten, wie z.B. die "Schwedische Deckart".